
KELLINGHAUSEN »Die Orgel befand sich sozusagen im Dornröschenschlaf« und aus dem wurde sie nun von Orgelbauer Johannes Tobias Späth geweckt.
Im Frühjahr nahm sich der Siegener des Instruments an, da es inzwischen unspielbar geworden war. »Wir haben die Orgel in Einzelteile zerlegt, gereinigt und repariert. In manchen Pfeifen haben wir sogar Mäusenester gefunden,« erklärte Späth den Kellinghausern am Dienstagabend in der St.-Maria-Magdalena-Kapelle. Insgesamt wurden 312 Orgelpfeifen gesäubert beziehungsweise erneuert; darunter auch die Prospektpfeifen, die nun aus Zinn und nicht mehr aus Zink bestehen.
Der Orgelbauer war aber nicht nur gekommen, um den Dorfbewohnern von der Restaurierung zu berichten, sondern um sich das Resultat seiner Arbeit anzuhören: Johannes Krutmann aus Hamm gab auf dem runderneuerten Instrument Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Pachelbel und Johann Christoph Bach zum Besten.
Helle und saubere Töne erfüllten die Kapelle; fröhlich und keck schwebte der Klang aus den Pfeifen in die Ohren der Zuhörer. Die Freude die der Organist beim Spiel empfand, war allseits spürbar. Zum feierlichen Anlass der Wiedereinweihung passten die heiteren Stücke »Vier englische Kontratänze« von John Playford und Gottfried Fischers »Ein musikalischer Scherz« hervorragend. Die lebendige Tonfolge ließ den einen oder anderen Zuhörer schmunzeln.
Wie sehr die Kellinghauser ihre Orgel vermisst hatten, wurde nicht nur dadurch deutlich, dass die Kapelle bis auf den letzten Platz gefüllt war; sondern auch, weil das Publikum den Organisten nicht ohne Zugabe gehen lassen wollten. Nach dem Konzert ließen es sich die Zuhörer außerdem nicht nehmen, ihr neugewandetes Instrument von nahem zu bestaunen.
Quelle: Der Patriot Rüthen, 21. September 2006