Neue Orgel der Kirche in Lichenroth feierlich eingeweiht

BIRSTEIN (ll). "Die Orgel ist in meinen Augen der König aller Instrumente", schrieb Wolfgang Amadeus Mozart im Jahre 1777 an seinen Vater. Die "Stimme der Kirche, die Verbindung zwischen Gott und uns", nannte sie Dekan Klaus-Peter Brill am Sonntag anlässlich der Einweihung des neuen Instrumentes in der Kirche von Lichenroth. Viele Gemeindemitglieder hatten sich eingefunden, um an diesem Tag, auf den sie jahrelang mit Energie und Vertrauen hingearbeitet hatten, bei Gottesdienst und Eröffnungskonzert dabei zu sein. Neben Birsteins Bürgermeister Wolfgang Gottlieb ließen es sich auch Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum, Propst Gerhard Pauli, die Vorsitzende der Kreissynode Margot Becker, Pfarrerin Ute Engel und Pfarrer i.R. Walter Mönner (beide Vorgänger auf der Pfarrstelle Kirchbracht/ Lichenroth) sowie Marianne Mebold von der Orgelbauwerkstatt Mebold aus Siegen nicht entgehen, an der Feier teilzunehmen.
Dekan Brill überreichte Pfarrerin Katharina Wagner als Geschenk eine kleine Orgelpfeife aus Zinn aus dem Jahre 1839. Danach spielte Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum die Fantasie in g-moll von Johann Sebastian Bach auf der neuen Orgel. Was mag wohl in den Köpfen und Herzen derer vorgegangen sein, die sich in den vergangenen Jahren so engagiert darum bemühten, dass die Gemeinde, dass ihre Kirche wieder eine neue Orgel bekommt? Auf vielen Gesichtern konnte man die Freude und die Rührung förmlich ablesen. Wie viele Hürden mussten überwunden, welche Anstrengungen unternommen werden, um jetzt wieder den vollen Klang eines herrlichen Instruments auf sich wirken lassen zu können.
Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes und Vorsitzende des Arbeitskreises Orgel gab den Anwesenden nochmals einen Rückblick auf das Geleistete und dankte allen, die mitgeholfen haben, das einstmals scheinbar in weiter Ferne liegende Ziel nun zu erreichen. Nicht nur eine neue Orgel hätte man in dieser Zeit gemeinsam geschaffen, auch die Menschen in der Gemeinde seien zusammengerückt, was zumindest ebenso wertvoll sei. Besonders dürfte sich auch die Pfarrerin Ute Engel an diesem Tag gefreut haben, die den Anstoß für die Aktion zur Errichtung einer neuen Orgel gab und an diesem Tage auch das Wort ergriff. Neben Uwe Maibaum spielte auch Kantorin Lysann Kuchra während des Gottesdienstes das neue Instrument.
Die neue Orgel, bei deren äußerer Gestaltung das Instrument aus der Marburger Matthäuskirche Pate gestanden hat, wurde nach dem Gottesdienst von Orgelbauer Joh. Tobias Späth dem Publikum vorgeführt. Das folgende Konzert mit Werken von Johann Kaspar Ferdinand Fischer, Johann Pachelbel, Johann Sebastian Bach und Modest Mussorgski wurde gestaltet von Almut Althaus, Katharina Wagner und Michael Stier.
Die Kirchengemeinde und der Arbeitskreis Orgel haben in einer Sonderausgabe der "Zisterne", welche in einer Auflage von 850 Stück gedruckt wurde, den Weg von der Entscheidung für eine neue Orgel bis hin zur Einweihung dokumentiert. Das Dokument, das mit vielen Bildern illustriert ist, kann noch beim Kirchenvorstand oder dem Arbeitskreis für eine Schutzgebühr in Höhe von zwei Euro erworben werden.
Gießener Anzeiger, 6.11.2007

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