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Leihinstrumente

Siegener Zeitung, 31. August 2007

Mebold-Orgeln für Alte Musik
Breitenbacher Instrumente bei Spezialisten sehr begehrt

jp Breitenbach. Truhenorgeln sind transportable kleine Orgeln mit zwei, drei oder auch vier Registern, die für die Begleitung von Sängern und Instrumentalisten, kleineren Ensembles und Chören zur Darstellung von vornehmlich Alter Musik dienen. Wenn das nicht mehr bestehende Weltklasse-Ensemble für Alte Musik, Musica-Antiqua-Köln, die »Krönchenorgel« der Kantorei Siegen für seine Konzertreisen ausgeliehen hat, so spricht das für die ausgezeichnete Qualität dieser Instrumente, die von der Breitenbacher Firma Orgelbau Mebold gefertigt werden.
Aufgrund dieser Referenzen konnten im vergangenen Jahr drei Truhenorgeln an weitere namhafte Adressen ausgeliefert werden: Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main, Wuppertaler Kurrende und die »Österreichische Akademie für Alte Musik« in Innsbruck. Derzeit im Bau befindet sich ein Instrument für die Jacobikirche Lippstadt, das im November eingeweiht werden soll. Auch eine Anfrage des renommierten Schweizer Künstlerhauses Boswil liegt vor.
Fragt man den Werkstattleiter, Orgelbaumeister Tobias Späth, warum die Meboldschen Truhenorgeln mittlerweile auch außerhalb Deutschlands nachgefragt werden, bekommt man eine klare Antwort: »Orgelbau ist Vertrauenssache, die auf einem hohen Maß an qualitätvoller Handwerkskunst basiert!« Das erklärt, warum die Aufträge binnen kürzester Zeit eingehen, nachdem Dirigenten und Organisten diese Orgeln gehört und gespielt haben. Dass sich die Breitenbacher Instrumente zu einem echten Verkaufsschlager entwickelt haben, beweist auch ein Blick in die Auslieferungslisten früherer Jahre. So erklingen die Truhenorgeln, die zum Teil eine Transponiervorrichtung aufweisen, um damit nicht nur in der Tonhöhe des Kammertones »a« (440 Hertz), sondern auch in tiefer, »historischer« Stimmung (415 Hz) und im »hohen Chorton« (462 Hz) zu musizieren, in Gladbeck, Herborn, Hamm, Hamburg und Saarbrücken, wo sie von namhaften Instrumentalisten gespielt werden. Der Klang dieser Orgeln ist weich und tragfähig, also ideal für die Begleitung von Solisten als auch größeren Ensembles.
Die funktionale Ästhetik gerade auch der Truhenorgel für Innsbruck findet ihren optischen Ausdruck in dem aus Kirschholz gefertigten Gehäuse, während für die Klanggestaltung die Holzpfeifen aus Eiche, Ahorn und Nussbaum in der eigenen Werkstatt hergestellt wurden. Wenn auch die Instrumente in immer entferntere Orte geliefert werden, so besteht dennoch eine besondere Verwurzelung zumindest der Innsbrucker Truhenorgel mit dem Siegerland: für die Tastatur wurde Bürbacher Zwetschge verarbeitet.
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